Sonntag, 17. Juli 2016

Eine Kurzgeschichte

Hallo ihr Träumer und Träumerinnen,

endlich komme ich zu meinem ersten richtigen Post.
Ich habe heute mal wieder in meinen Daten herum geklickt und dabei ist mir eine Datei in die Augen gesprungen: Traumverhangen - Kurzgeschichte vom 02.07.2015
Ja, Traumverhangen verfolgt mich als Wort schon länger, aber ich wusste nicht mehr, wann ich es zum ersten Mal genutzt habe. Ist das eigentlich ein Neologismus?
Naja, ich habe euch jetzt schon genug auf die Folter gespannt, hier kommt die Geschichte:
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Traumverhangen

Unter ihr rauscht das Wasser, rechts stehen abertausende Bäume; das Rauschen der Blätter vermischt sich klanglich mit dem des Wassers. Der Wind pfeift und klettet sich beißend an ihr Gesicht, ihre Hände. Es ist kalt, aber sie ist von Wärme erfüllt; strebend nach Freiheit fließt sie durch ihren Körper. Ihr Inneres fühlt sich nach langer Zeit endlich wieder ganz an, die Puzzleteile ergeben wieder ein Ganzes, geben ihr die Kraft, alleine gegen den Rest der Welt zu stehen. Ewigkeiten hat sie sich mit „Was wäre, wenn…?“- Fragen gequält, sich hinter allen Anderen versteckt, bis sie beschlossen hat, dass der beste Zeitpunkt für Veränderungen immer jetzt ist. Viel zu lange hat sie still gelitten. Ihre Gedanken verlaufen sich. 

„Ohne das Schlechte wäre das Gute nichts wert“, hört sie ihre eigene Stimme flüsternd sagen.

Es ist kalt, aber sie ist von Wärme erfüllt. 

Er nimmt ihre Hand, gibt ihr den Halt, den sie braucht. 

Sie sitzt neben ihr, lächelt vertrauensvoll.

Er streicht ihr die Haare aus dem Gesicht, küsst ihre Stirn.

Sie liegen auf einer Wiese im Wald, sie nimmt den lieblich-herben Geruch der Wildblumen und –Kräuter wahr. 

Ihr Vater steht in der Tür; er ist wütend; sein Blick durchbohrt sie förmlich und sie zittert. Er kommt auf sie zu; sie spürt den heftigen Schmerz auf ihrer Wange, dann ist es pechschwarz. Sie mag es dunkel.
Nein, stopp. Sie blinzelt.

Er steht auf der anderen Seite des Ufers, unerreichbar. Sie blinzelt.
Wasser, Wind, Sonne, Wald; die Eindrücke prasseln in schwindelerregender Schnelligkeit auf sie ein, zaubern ihr ein Lächeln auf die Lippen und sie weiß, so fühlt sich leben an. Sie fühlt Zuversicht, Glück, Freude, Liebe und Euphorie. 

Sie sieht auf ihre zierlichen Hände herab, die sie, vor lauter Angst sie könnte loslassen, krampfhaft fest um das Briefpapier geschlossen hat. Die Tinte ist verwischt, der Brief nass und zerknittert. Sie hat lautlose Freudenschreie ausgestoßen, als sie die Worte gelesen hat. Er kommt zurück. Sie erinnert sich an seine weichen Lippen auf ihrer Stirn. 

Alles ist in Bewegung.



Ihr neues Leben stand irgendwann einfach so vor ihrer Tür, ist ohne zu klopfen hereingestürmt und hat alles Schlechte vertrieben. Es ist immer noch dunkel. Sie mag es dunkel. Aber sie hat das Licht hereingelassen und sie mag das Licht noch viel lieber. Das wusste sie aber erst, nachdem sie die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte. Beinahe hätte sie sich fallen lassen, aufgegeben. Wenn sie jetzt daran denkt, schnürt es ihr die Kehle zu. Es ist nicht immer einfach gewesen, aber die überwundenen schlechten Zeiten waren für sie im Rückblick immer die schönsten. 

Sie lässt den Brief fallen. Absichtlich oder aus Versehen, sie weiß es selber nicht. Einen Moment lang verfolgt sie die flatternden Blätter, dann verschwinden sie aus ihrem Sichtfeld.

Musik ertönt in ihrem Kopf. Ihr Lieblingslied. „Danke“, sagt sie.

Oft sagt sie Dinge, die Andere nicht verstanden. Sie war alleine und alleine mit seinen Worten zu sein, erschien ihr als ein sehr trostloser Gedanke. Deshalb hatte sie aufgehört zu protestieren, wenn jemand ihre Worte vollkommen falsch interpretierte oder sie nicht mal hörte. Von da an musste ihre Mutter nie wieder Dinge wie „Wenn deine Wortgewalt doch nur Worte hervorbringen würde, die Sinn ergäben“ sagen. Und ihre Gedanken selbst zu beantworten und weiter zu führen war letztlich die beste Lösung. Das Gefühl von Unverständnis ignorierte sie geflissentlich. Es gelang ihr, es so weit zu verdrängen, dass es nie wieder auftauchte. Es verschwand. Nach und nach konnte sie so alle unerwünschten Gefühle auslöschen, sie vernichten. 

Das Lied ist zu Ende. Die Sonne berührt die ersten Baumwipfel. Der Boden vibriert und sie atmet aus. Jemand berührt sie an der Schulter und sie lässt sich ohne nach hinten zu gucken blindlings nach vorne fallen. Und für einen kleinen Moment fühlt sich Fallen wie Fliegen an.

Strebend nach Freiheit fließt sie durch ihren Körper.

Sie ist jetzt frei. Niemand wird ihr diese Freiheit je wieder nehmen können. Das hier ist ihr 
Leben. 

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  Zitat 1 & 2: Disarstar    Zitat  3: Casper  
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Für mich bedeutet diese Geschichte so viel Hoffnung, ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Ich weiß, sie ist irgendwie traurig, melancholisch. 
Ich habe mich bewusst für dieses abrupte und irgendwie offene Ende entschieden, und später ist mir klar geworden, dass man es irgendwie nur falsch interpretieren kann. 
Diese Person, mit der ich mich irgendwie indentifiziere, obwohl ich weder einen Freund habe, der von irgendwo zurückkommt, noch einen Vater, der mich schlägt, erfährt gerade so eine große Aufwertung ihres Lebens. Sie hatte vielleicht den Wunsch danach, sich das Leben zu nehmen, aber sie tut es nicht. Sie taucht einfach in ihr neues Leben ein. Die Berührung an ihrer Schulter symbolisiert ihr eigenes neues Ich, ihre Entschlossenheit.
Und irgendwie bin ich das jetzt. Ich habe in dieser Geschichte unbewusst einen Teil meiner eigenen Zukunft beschrieben.

Deswegen bedeutet sie mir auch so viel.

Sie zeigt so viel; meine Liebe zur Natur, zur Musik; die Erkenntnis, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist; auch die dunkle Zeit in meinem Leben.


Ich hoffe, euch hat die erste kleine Impression meiner Schreibkunst *hust* gefallen.

Liebe Grüße, Mara ♥

Montag, 4. Juli 2016

Vorstellung

Guten Abend meine lieben Träumer und Träumerinnen!

Jetzt ist es endlich so weit: Nach mehr als zwei Jahren Pause vom Bloggen wage ich mich an meinen ersten eigenen Blog. Ich ist in diesem Fall ein 17-jähriges Mädchen namens Mara.
Ich selbst würde mich als schüchtern, verrückt und doch irgendwie liebenswert bezeichnen, wenn mich denn jemand fragen würde, wie ich mich in drei Worten beschreiben würde. Ja, das passt ganz gut, denke ich. Und ansonsten? Ich bin absolut vernarrt in ästhetische Dinge, süchtig nach Musik, verliebt in Bücher und ziemlich sicher abhängig von YouTube.
Und das würde ich unglaublich gerne mit euch teilen!

Was euch hier erwarten wird, ist zwar schon an meinem Header ersichtlich, aber ich möchte da noch mal ein bisschen mehr ins Detail gehen:
Ich werde wohl viele Fotos veröffentlichen, so wie Büchervorstellungen und Bewertungen, aber auch selber mal etwas schreiben, sei es eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht. Dann möchte ich ab und zu Projekte und Zeichnungen mit euch teilen und vielleicht auch einfach mal meinen Senf zu einem bestimmten Thema dazugeben.

Vor allem aber möchte ich Kreativität und Lebensfreude vermitteln!

Liebe Grüße, Mara ♥